Neben der Propstei führt eine kleine Seitentür in einen alten Kirchengarten. Etwas verborgen eröffnet sich hier eine ganz eigene Naturoase. Ein Rundweg lädt dazu ein, einfach loszugehen - zu schauen, zu genießen und immer wieder innezuhalten.
Wer genau hinsieht, erkennt die Handschrift wilder Brombeeren. Über Jahrzehnte konnten sie sich hier ungestört entfalten und prägen den Ort bis heute mit ihrer kraftvollen Präsenz. Diese ursprüngliche Lebendigkeit hat einige Gartenbegeisterte inspiriert, darüber nachzudenken, wie dieser verwunschene Garten auch für die Menschen „rund ums Münster“ geöffnet werden kann. So entstand die Idee, aus der verwilderten Fläche einen Schöpfungsgarten zu entwickeln – einen Ort, der nicht nur zum Arbeiten einlädt, sondern auch Raum zum Lernen, zur Ruhe und zur Begegnung bietet. Eine große Herausforderung, aber zugleich eine wertvolle Chance, Verantwortung für die Schöpfung ganz praktisch zu erfahren.
In einer Zeit, in der Nachhaltigkeit oft nur ein Wort bleibt, setzt ein Schöpfungsgarten ein konkretes Zeichen. Hier kann sichtbar werden, was es heißt, Verantwortung für die Natur zu übernehmen. Der Garten wird selbst zum Lehrmeister und lädt dazu ein, die Schöpfung mit Gottes Augen zu betrachten. Dieser Ansatz ist ganz im Sinne der Enzyklika „Laudato si“ von Papst Franziskus, die dazu aufruft, die Schöpfung zu bewahren und die Vielfalt des Lebens zu schützen.
Die Gestaltung und Umsetzung dieses Projekts wäre ohne engagierte fachliche Begleitung nicht möglich. Susanne Schneider und Jan Hartfiel stehen für nachhaltiges und naturnahes Gärtnern. Mit viel Wissen und Leidenschaft bringen sie sich ein. Ihr Ansatz ist es, durch naturnahe Strukturen wie Trockenmauern, Hügel, Senken, Hohlräume sowie nackte und bepflanzte Böden die Vielfalt im Garten zu fördern. Unterschiedliche Naturmaterialien - Wasser, Sumpfbereiche, Steine, Totholz, Sand und Lehme – sowie heimische Pflanzen schaffen langfristig Lebensräume für ein breites Artenspektrum und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der Biodiversität.
In der weiteren Planung werden diese Gartenelemente mit christlich-biblischen Themen verbunden, etwa Auferstehung, Heilung, Leiden, Kontemplation, Unterwegssein, Begegnung und Gemeinschaft.
Mit Freude blicken wir auf das Erreichte: Ein erster Abschnitt des Gartens ist fertiggestellt! Im vergangenen Jahr wurden ein Beet mit Heilpflanzen sowie ein Beet mit Symbolpflanzen angelegt. Zahlreiche Beerensträucher versprechen für den kommenden Sommer eine reiche Ernte. Ein Feigenbaum, ein Apfelbaum und weitere pflanzliche Weggefährten wie Salomonsiegel, Himmelsleiter und Aronstab haben im Schöpfungsgarten Wurzeln geschlagen.
Im hinteren Bereich des Gartens wurde in den letzten Wochen intensiv gearbeitet. Aus einfachen gebrauchten Gehwegplatten sowie vorhandenem Steinmaterial entstand eine runde Sitzgelegenheit. Dieser großzügige Sitzkreis lädt zum Verweilen, zur Ruhe und zur Meditation ein und kann zugleich als „grünes Klassenzimmer“ genutzt werden.
Ein Achtsamkeitsweg, der zu diesem Ort führt, wird derzeit weiter ausgebaut. Er soll den Weg selbst zu einem bewussten Erlebnis des Innehaltens machen.
In der nächsten Planungsphase steht ein Naturteich im Mittelpunkt – ein lebendiger Lebensraum für Amphibien, Wasserinsekten und viele andere Kleinlebewesen. Auch dieser Teich soll nicht nur ökologisch wertvoll sein, sondern sich zu einem Ort der Ruhe und der Begegnung mit der Natur entwickeln.
In den vergangenen Jahren ist durch die finanzielle Unterstützung seitens der Gemeinde St. Mariae Himmelfahrt, der Pfarre St. Vitus, des Fachbereichs Katholische Jugendarbeit, Kolping, der Stadt Mönchengladbach und durch die tatkräftige Arbeit der Garten-AG des Stift. Huma. Gymnasiums, der Jukomm und vielen weiteren aktiven Helfer:innen etwas Schönes entstanden.
An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön!
Damit dieses Projekt weiter wachsen kann, freuen wir uns über:
- Spenden für Materialien, Pflanzen und die Einrichtung des Naturteichs
- Tatkräftige Mitarbeit im Garten und bei Führungen
Jede Hilfe – groß oder klein – trägt dazu bei, den Garten zu einem lebendigen Ort der Hoffnung und Nachhaltigkeit zu machen.
Der Schöpfungsgarten ist von März bis Oktober dienstags bis freitags von 9 bis 13 Uhr geöffnet.
Führungen für Gruppen, Schulklassen oder Interessierte sind nach Vereinbarung möglich.
Anfragen für Führungen oder Mitarbeit gerne per E-Mail an: buero@pfarre-sankt-vitus.de
Pfarre Sankt Vitus, DE 90 3105 0000 0000 0703 67, Verwendungszweck: Schöpfungsgarten
Ansprechbar für das Projekt „Schöpfungsgarten“ sind die Pastoralreferenten:
Hans-Willi Hauser (Mobil: 0151 52 63 59 28)
Antonio da Costa (Mobil: 01761 – 5687623)
Öffnungszeiten:
Montag: 09.00 - 12.00 Uhr
Dienstag: 09.00 - 12.00 Uhr
Mittwoch: 09.00 - 12.00 Uhr
Donnerstag: 09.00 - 12.00 Uhr
Freitag: geschlossen
Hinweis für Bestatter: Die Koordination für Begräbnisse erfolgt über das Büro der Grabeskirche (02161) 2489213.